Treffpunkt Stammlokal: Kommunikation hoch zwei

Eine gute Kneipe kann für manche Menschen zur zweiten Heimat werden. In einer Stammkneipe kennen sie meist das Tresenpersonal, die Servierkräfte und den Wirt oder die Wirtin, häufig ist man bereits per Du und fragt sich gegenseitig, wie es denn so geht. Auch die Gäste sind oft aus der Nachbarschaft und grüßen sich. Manche sitzen beieinander und unterhalten sich zwanglos. Das ist ein anheimelndes Gefühl z. B. nach Feierabend, das den Arbeitsstress vergessen lässt. Zur Kneipenkultur gehört neben einem gepflegten Bier eine Auswahl an weiteren Getränken, etwas zum Futtern und Musik. Wenn auch die Speisen einfach sind und die Hits aus der Musikbox dröhnen, hat die klassische Eckkneipe für die meisten Gäste unschlagbare Vorteile: Sie können sich geben, wie sie sind, und sie dürfen mal einen über den Durst trinken, ohne unangenehm aufzufallen. In einer normalen Kneipe gibt es keine Schwellenängste und meist keine festen Regeln. Was erlaubt ist, bestimmen die Wirtin oder der Wirt. Eines aber stört die Kneipenkultur gewaltig: Wenn jemand lautstarke Diskussionen vom Zaun bricht oder Streit sucht.

Trend-Kneipen: sehen und gesehen werden

In ein Szene-Lokal, das gerade angesagt ist, gehen die meisten Leute, weil sie glauben, es sei chic, hier zu verkehren. Wem es beim ersten Mal gefällt, weil er das Konzept der Kneipe gut findet und auch eine gewisse Gemütlichkeit und Kneipenkultur nicht vermisst, wird wiederkommen und den Laden weiterempfehlen. Auf diese Weise entsteht ein Stammpublikum, ohne das auch die beste Kneipe nicht auskommt. Stammgäste sitzen gern an der Bar und beobachten, wer kommt, wer bleibt und wer geht und wo sich Gespräche und Flirts anbahnen. Die Drinks sind meistens gut und nicht zu teuer, manche Szenekneipen haben auch eine originelle kleine Speisekarte. Die Stammgäste sind gewissermaßen die Hüter der Kneipenkultur, die sofort spüren, wenn der Wirt zu geschäftstüchtig wird oder sich das Publikum verändert. Dann melden sie Kritik an.

Kneipen für Nachtschwärmer

In manchen Kneipen sieht man am Nachmittag entspannte Leute beim Café hinter einer Zeitung oder am Laptop. Je später der Abend, desto voller und lauter wird es. Die Atmosphäre wechselt von lässig auf betriebsam, die Kneipenkultur ist geprägt von Geschäftigkeit und oft nicht mehr als solche zu erkennen. Die meisten Gäste scheren sich nicht darum: Sie wollen trinken, reden, Musik hören, Billard spielen oder einfach nur abschalten. Solche Kneipen sind anonym und kommunikativ zugleich. Einen solchen Laden zu führen, erfordert gastronomisches Know-how und einen Sinn für Kneipenkultur.

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